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Liebe Festgemeinde!
Endlich ist es soweit: Als Schlußstein unserer
Martin-Luther-Kirche kann die 14-registrige Schuke-Orgel eingeweiht und
damit in den Dienst Gottes und seiner Gemeinde gestellt werden. Das ist
für uns alle ein willkommener Anlaß zu einem kurzen Rückblick auf unsere
Gemeindegeschichte. Seit wann gibt es hier in Rheindahlen eine
Evangelische Gemeinde und wie hat sie sich entwickelt?
Schon am 24. Oktober 1574 wird eine
Evange- lische Gemeinde in Dahlen, wie Rheindahlen bis 1921 hieß,
urkundlich erwähnt. Aus ihr gingen sogar evangelische Pastoren hervor, wie
Wilhelm Schreiber und Peter Geelen. Im Jahr 1622 jedoch wurde die kleine
evangelische Kirche am Mühlentor von spanischen Soldaten zerstört und der
evangelische Gottesdienst so behindert, daß 1623 nur noch eine einzige
evangelische Predigt in Dahlen gehalten werden konnte, und zwar von dem
aus Dahlen stammenden Pastor Geelen. In der Folgezeit gab es in Dahlen
keine selbständige Evangelische Gemeinde mehr, sondern die Evangelischen
von Dahlen hielten sich vor allem zur Evangelischen Gemeinde
Wickrathberg. Im 18. Jahrhundert sind noch einzelne evangelische
Familien in Dahlen nachzuweisen, bis im Anfang des 19. Jahrhunderts das
evangelische Leben in Dahlen vollständig erlosch.
Erst um 1870 herum kamen
infolge der industriellen Entwicklung wieder Evangelische nach Dahlen, die
sich bis 1908 wie früher zur
Evangelischen Gemeinde Wickrathberg hielten. Sie wurden aber in jenem Jahr
auf eigenen Wunsch in die Evangelische Gemeinde Rheydt umgepfarrt; es gab
eine direkte Straßenbahnverbindung von Dahlen nach Rheydt und so konnten
die evangelischen Dahlener die Gottesdienste in Rheydt besuchen.
Im darauffolgenden Jahr 1909 wurde in Dahlen
im Haus einer evangelischen Familie die erste Bibel- stunde gehalten.
1934 fand in einem Schulraum in Rheindahlen der erste
Kindergottesdienst statt, und 1947 kam die erste Gemeindeschwester
nach Rheindahlen.
Am 3. Juni 1951 wurde an der Mennrather Straße
ein Bethaus eingeweiht, in dem Gottesdienst gehalten werden konnte, die
einklassige evangelische Volksschule untergebracht war und auch die
Gemeindeschwester sowie ein Hauselternpaar Wohnung fanden.
In den Jahren 1955 bis 1960 betreuten
verschiedene Hilfsprediger die Evangelischen in Rheindahlen, die bis dahin
vom Pfarrer des 4. Rheydter Pfarrbezirks mitversorgt worden waren.
Am 1. April 1961 kam endlich mit Pastor
Gerd Johenneken ein Seelsorger nach Rheindahlen, der dort für lange Jahre
bleiben konnte. Im Dezember 1962 wurde auch das neue Rheindahlener
Pfarrhaus an der Mennrather Straße neben dem Bethaus bezugsfertig, in dem
Pastor Johenneken mit seiner Familie Wohnung nahm.
Am 19. April 1969 fand
eine Gemeindeversammlung statt, in der mit wenigen Gegenstimmen
beschlossen wurde, eine selbständige Evangelische Gemeinde in
Rheindahlen zu bilden. Am 1. Januar 1970 war es dann soweit: 347
Jahre nach dem Untergang der ersten Evangelischen Gemeinde in Dahlen
wurde die Evangelische Kirchengemeinde Mönchengladbach-Rheindahlen
selbständig. Am 30. Dezember 1973 hielt Pastor Johenneken seine letzte
Predigt im Bethaus Rheindahlen, da eine Wuppertaler Gemeinde ihn in ihren
Dienst gerufen hatte. |